Menschen in Gladbach

Borussiapark
Foto: Nadine Beneke / menscheningladbach
Auf Niederrheinisch klingt Mönchengladbach fast wie Menschen in Gladbach: Mönschengladbach.

Mein Name ist Nadine und vor über drei Jahren habe ich mich verliebt. In einen Mann aus Mönchengladbach. Der Mann hat sich inzwischen aus meinem Leben verabschiedet. Geblieben ist die Liebe zur Stadt. Genau genommen habe ich nämlich auch gleich die Bewohner und die ganze Fußballmannschaft Borussia Mönchengladbach ins Herz geschlossen. Die Spieler waren zu diesem Zeitpunkt vor allem damit beschäftigt, zu verteidigen. Manchmal drückten sich zehn Männer am eigenen Tor herum und der Rückstand war dennoch unumgänglich. So viel Anstrengung und Hartnäckigkeit fand ich sympathisch und herzzerreißend zugleich. In diesem Jahr, 2015, werden die Borussen in der Champions League spielen. Und ich starte meinen Blog.

Im Gegensatz zu meinem zweiten Heimatort*, Düsseldorf, hat die Vitusstadt etwas, das hier manchmal fehlt: rohe Herzlichkeit. Während auf der Kö und in Unterbilk Menschen oberflächlich Bling Bling zur Schau stellen, geht es in Gladbach zum Teil grob zu. Neulich habe ich beispielsweise beobachtet, wie am Hauptbahnhof ein Dieb kläglich versuchte, einem Mann die Einkaufstasche zu stehlen. Er scheiterte am Taschenbesitzer, der wild entschlossen an seinem Besitz festhielt, stolperte kurz und lief dann zum nächstbesten Taxi. Irgendwie typisch für das Klischee des finanziell heruntergekommenen Mönchengladbach.

Versteht mich nicht falsch: Ich finde Kriminalität nicht gut und wünsche der aufblühenden Vitusstadt von Herzen, dass sich die vielen Leerstände in der Innenstadt und in Rheydt bald in Wohlgefallen auflösen. Dass das Minto zur Aufwertung der Hindenburgstraße führt. Dass tolle Aktionen wie Schauzeit dauerhaft erfolgreich sind. Dass weiterhin die Musik von MG Kitchen TV durch die Nation schallt und zeigt, dass ein Traum es auch aus der kleinsten Stadt heraus schafft, solange man mit Herzblut dabei ist. Und vor allem wünsche ich mir, dass die rohe Schönheit Gladbachs, die so viele Menschen erkannt haben, auch nach außen sichtbar wird.

In den vergangenen drei Jahren habe ich fantastische, nette, liebe und engagierte Gladbacher kennengelernt. Und die werde ich euch hier nach und nach vorstellen.

Herzlich,

Eure Nadine


*Falls ihr euch fragt, welche Stadt meine eigentliche Heimat ist: Geboren bin ich in Mannheim. Ebenfalls eine kleine, aufmüpfige Stadt mit vielen dunklen Ecken. Aber selbstverständlich mit Herz.

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